Die Kabinen aller Passagierflugzeuge sind mit einem Brandschutzsystem ausgestattet, um das Brandrisiko zu minimieren und die Sicherheit der Passagiere zu gewährleisten.

Ein Flugzeug und seine Passagiere können von zwei Arten von Bränden betroffen sein: Brände während des Fluges und Brände nach einem Unfall.

Typischerweise tritt ein Brand während des Fluges aufgrund eines System- oder Komponentenausfalls oder eines Wartungsproblems auf. Ein Brand nach einem Unfall hingegen entsteht durch die Entzündung von Kraftstoff, der z. B. durch einen Aufprall freigesetzt wird.

Das Flugzeug ist zur Vermeidung von Bränden ausgelegt

Das Brandschutzsystem ist einer der wichtigsten Aspekte bei der Konstruktion, Prüfung und Zertifizierung von Flugzeugen. Die Konstruktions- und Zertifizierungsvorschriften für Flugzeuge umfassen in der Tat Materialien, deren chemisch-physikalische Spezifikationen, Konstruktion, Erkennungs- und Interventionssysteme und schließlich die Betriebsabläufe.

Ein Flugzeug ist so konstruiert, dass die einzelnen Teile brandschutztechnische Eigenschaften besitzen, je nachdem wie sie in die Architektur des Flugzeugs integriert sind. Dieser Ansatz basiert auf einigen Grundsätzen: Auswahl, Trennung, Isolierung, Erkennung und Kontrolle der Materialien.

Zunächst ist es wichtig, die drei Elemente, die zu einem Brand beitragen, getrennt zu halten: Brennstoff, Zündquelle und Sauerstoff. Zweitens muss die Isolierung möglicher Brände von der Ausbreitung auf andere Teile des Flugzeugs und die Kontrolle der Situation gewährleistet sein.

In einem Flugzeug werden in der Regel sowohl passive Systeme (wie z. B. die Verwendung von nicht brennbaren oder selbstlöschenden Materialien) als auch aktive Systeme (wie z.B. Brandschutzsysteme) eingesetzt.

Die meisten Materialien, die beim Bau des Innenraums verwendet werden, sind selbstlöschend: So muss z. B. das Material, das elektrische Kabel isoliert, selbstlöschend sein. Die hinter den Kabineninnenverkleidungen installierte thermische/akustische Isolierung ist ebenfalls mit geeigneten feuerhemmenden Eigenschaften ausgelegt, um den Ausbruch von Kabinenbränden im Falle eines Unfalls zu verzögern.

Alle Stoff- und Kunststoffprodukte im Flugzeug werden auf Entflammbarkeit und Toxizität getestet. Die Sitzstoffe und Decken, die üblicherweise an die Passagiere verteilt werden, müssen eine lange Zeitspanne aushalten, bevor sie sich entzünden (zirka 4 Minuten), um den Passagieren eine rechtzeitige Evakuierung des Flugzeugs zu ermöglichen.

Die Flugzeug-Feuerlöschanlage

Trotz aller Präventionsmaßnahmen, sowohl im Flugzeugbau als auch in der Betriebsphase, kann das Auftreten von negativen Ereignissen nicht völlig ausgeschlossen werden. Aus diesem Grund sind Flugzeuge mit speziellen Sicherheitssystemen ausgestattet, die zwei Zwecken dienen:

 das Feuer zu erkennen: Das System lokalisiert die Flammen sofort, was eine Voraussetzung für die Durchführung von Sicherheitsmaßnahmen ist;
 einzugreifen, um das Feuer zu kontrollieren und zu löschen: Ermöglicht die Löschung des Feuers, was spezifische Eingriffe erfordert.

Die Flugzeug-Feuerlöschanlage ist verantwortlich für den Schutz des Flugzeugs vor:

– Feuer
– Rauch
– Überhitzung

Die durch die Feuerlöschanlage geschützten Bereiche sind:

– die Triebwerke
– APU, d.h. die Auxiliary Power Unit (Hilfstriebwerk), das in ein Fahrzeug eingebaute Hilfstriebwerk,
– die Frachträume,
– die Schächte des Einziehfahrwerks und das Anschlussprofil der Flügel an den Rumpf,
– die Toiletten,
– die Passagierkabine

Das Brandmeldesystem

Es gibt verschiedenen Arten von Brandmeldesystemen, die verschiedene physische Merkmale ausnutzen, um das Brandrisiko zu erkennen:

– Die Temperaturschwankungen, die anhand von Thermo-Switch-Systemen oder Thermoelementen erkannt werden;
– Das Vorhandensein von Rauch in der Luft,der von fotoelektrischen Sensoren erkannt werden kann, die in der Lage sind, Helligkeitsschwankungen oder Ablenkungen von Lichtstrahlen aufzuzeigen

Die Feuerlöscheinrichtungen

Die Feuerlöschsysteme beinhalten eine Serie von Komponenten:

– Eine Reihe von Zylindern, die eine Löschflüssigkeit enthalten;
– Ein Netzwerk von Verteilerrohren zu den verschiedenen Bereichen des Flugzeugs;
– Umschaltventile zur Steuerung der Flüssigkeit.

Jeder einzelne Zylinder wird mit der Rohrleitung verbunden, wenn der Pilot eine Sprengstoffpatrone aktiviert, die eine Trennmembrane zwischen dem Zylinder und dem Rohrleitungsnetz zum Bersten bringt.

Bei einer Triebwerksbrandwarnung führt der Pilot zunächst die Fehlwarnungskontrolle durch und betätigt dann den Griff der Feuerlöschanlage.

Die Passagierkabine des Flugzeugs enthält außerdem eine Reihe von tragbaren Feuerlöschern verschiedener Art: das Kabinenpersonal ist geschult, diese zu benutzen und, im Falle eines Brandes, einzugreifen.

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